Die "mystischen 7" Afrikas

Auf der Suche nach einem Serval in der Serengeti

Wer mit uns und unseren erfahrenen Safari Guides die Safariländer Tansania, Kenia oder Botswana bereist, will meist den Spuren der „Big Five“ folgen. Spätestens nach den ersten Safaritagen in Afrika kennt sie jeder: Löwe, Nashorn, Elefant, Büffel und Leopard!

Doch wer kennt die „Secret Seven“ – „Die Geheimen Sieben“? Es ist kein afrikanischer Geheimbund, der sich mit Vuvuzelas zu erkennen gibt, und auch kein afrikanischer Geheimdienst.

Zu den „Secret Seven“ gehören: Serval, afrikanische Wildkatze, Stachelschwein, Ginsterkatze, Pangolin, Erdferkel und afrikanische Zibetkatze. Sehr viel Pirschglück und ein sehr erfahrener Safari Guide mit Adleraugen sind Voraussetzung, die „Secret Seven“ in der afrikanischen Savanne zu finden.

Bei meiner letzten Tansania Safari wollte ich wenigstens ein Mitglied des Geheimbundes „Secret Seven“ in freier Laufbahn beobachten: Den Serval! Diesen Wunsch äußerste ich meinem Safari Guide und Begleiter der kommenden Tage. Er fing laut an zu lachen, nahm aber die Herausforderung immer noch schmunzelnd an. Ich konnte seine Gedanken beim Starten des Safarifahrzeugs lesen: „Der Mzungu will einen Serval sehen!“ Geoffrey schmunzelte noch bis nach Karatu…

Der Serval ist eine mittelgroße Raubkatze mit ockergelben Fell und schwarzen Punkten. Servale ähneln in der Statur und ihrem Fell einem Gepard, nur sind sie kleiner. Der Kopf und die Augen erinnern an eine Hauskatze. Nur die großen Ohren sind gar nicht katzengleich und ähneln eher einem Hund.

Vier Safaritage in der Serengeti hatte ich eingeplant. Konzentriert ließen wir unsere Augen über die Weite der Savanne rund um Ndutu gleiten. Es war Februar und die Serengeti Conservation Area zwischen Serengeti und Ngorongoro war der Puls der „Great Migration“ in Tansania. Abertausende Gnus und Zebras weideten hier mit ihren Jungtieren. Ein beeindruckendes Spektakel für jeden Safarifreund, das mich wieder begeisterte.

Aber ich wollte ihn, den Serval. Und so fokussierten sich meine Blicke und die meines Safaribegleiters auf den Boden und auf die engen, mit Staub aufgewühlten Räume zwischen den stampfenden Beinen der Gnus und Zebras. Servale jagen keine Gnus und Zebras wie ihre großen Schwestern, die Löwen, Geparden und Leoparden. Sie jagen nicht im Lauf, sondern töten aus dem Sprung ihre Beute mit den Vorderbeinen. Bis zu vier Meter weit können Servale aus dem Stand springen und damit sogar Vögel im Flug erbeuten.

Aber es sollte nicht sein, ein Serval wollte sich auf unseren Pirschfahrten in der Ndutu Region nicht zeigen. Und so fuhren wir weiter in Richtung Seronera. Zu einer Safari in Afrika gehört eben auch Glück. Der Lebensraum der scheuen Servale ist ausschließlich Afrika. Hatte man 1880 noch ein Exemplar in Algerien gesichtet, so leben sie heute im Grasland südlich der Sahara. In weiten Teilen Afrikas wurden Servale ausgerottet. Vor allem Bauern jagten sie, da sie oft Nutztiere rissen. In den letzten Jahren hat sich die Lage der Servale jedoch deutlich verbessert, und sie sind inzwischen nicht mehr vom Aussterben bedroht. Auch in einigen landwirtschaftlichen Regionen hat sich ihre Lage verbessert, da gerade dort mehr Nagetiere sind, auf die Servale Jagd machen.

Die letzten Safaritage in Tansania wollte ich in Seronera verbringen. Hier zeigt sich die typische Savannenlandschaft der Serengeti mit ihren Akazienbäumen. Elefanten, Büffel, Löwen, Gnus, um nur einige zu nennen, posierten frech vor unserem Safarifahrzeug. Und so war mein Wunsch, einen Serval zu sehen, schnell auf die nächste Safari nach Kenia verschoben.

Am Morgen verließen wir unser Safari Camp in Seronera und wollten über das Nabi Gate zum Ngorongoro und von dort direkt weiter nach Arusha fahren. Kurz hinter dem Camp bremste Geoffrey plötzlich und klopfte mir stolz auf die Schulter. Was hatte er schon wieder gesehen? Aufgeregt ließ ich meinen Blick über die Gräser schweifen. Dabei übersah ich, was genau vor uns auf der Straße saß: Ein Serval, wie aus dem Bilderbuch. Erhaben blickte er zu uns. Als wollte er sich für die Anstrengungen, die wir auf uns genommen hatten, um ihn zu sehen, bedanken. Beinahe hätte ich vergessen, Beweisfotos zu machen. Dann verschwand er zwischen den Gräsern und Büschen der Savanne und wir verloren ihn aus den Augen.

Geoffrey pfeifte laut, ehe er das Safarifahrzeug wieder startete und in Richtung Arusha fuhr. Wie vor ein paar Tagen auf der Hinfahrt schmunzelte er. Ich schmunzelte ebenfalls. Eine fantastische und individuelle Kurzsafari in der Serengeti hatte ich in den letzten Tagen erleben dürfen. Dass ich tatsächlich noch einen Serval zu Gesicht bekam, war natürlich die Krönung!

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Autor

Sebastian Thürmer
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